2021 erwarb eine Baugruppe einen hundertjährigen, zuletzt für Pferdefreizeiten genutzten
in Schönermark, etwa eine Stunde nördlich von Berlin. Ziel war und ist es, die laute Großstadt gegen eine ruhige ländliche Umgebung einzutauschen. Auf dem Grundstück befinden sich fünf Gebäude, die vor 1924 datiert werden können, darunter ein Bauernhaus sowie vier Ställe und Scheunen aus Backstein. Die Gebäude des früher als LPG betriebenen Bauernhofs durchlebten zu DDR-Zeiten einige Anpassungen, sind aber weitestgehend im Originalzustand erhalten. Die erste Frage, die sich stellte - welche der fünf Gebäude des Hofs sollen umgebaut werden? Das historische Wohnhaus, die Ställe oder die Scheunen? Die Wahl fiel nicht leicht, deshalb unterstützte das IFUB* bereits in der Anfangsphase mit unterschiedlichen Nutzungskonzepten, um die bestmögliche Lösung zu finden.
Ein
des alten Hofs zeigt die stolzen Eigentümer*innen mit ihren Pferden.
Architektonisch und finanziell war das Projekt eine Herausforderung. Wie bekommt man
ideal in einer alten Scheunenstruktur untergebracht, die nicht auf Wohnungen ausgelegt ist? Wie kann man dabei auch gleich die Zukunft im Blick behalten? Und wie soll man das alles finanzieren? Der Annäherungsprozess an die finale Lösung war intensiv, aber lohnenswert. Die Scheune wird nun in vier zweigeschossige Einheiten unterteilt, die entweder von je einer Familie bewohnt werden oder aber in zwei kleine Wohneinheiten aufgeteilt werden können - je nachdem was die Familiensituation erfordert.
Die Lösung in finanzieller Hinsicht lag nicht nur in viel Eigenleistung der Baugruppe, sondern auch in Unterstützung durch den Denkmalschutz. Die spezifischen Regeln bei Denkmälern machten das geplante Ausbaukonzept erst leistbar, da aufgrund der Nutzungsänderung ansonsten der Dämmstandard eines Neubaus gegolten hätte und eine BEG-Förderung fast nicht möglich gewesen wäre. So konnten Förderungen als
für die acht Wohneinheiten beantragt werden.
Vor Einreichung des Bauantrags aber auch zur Finanzierung musste geklärt werden, ob es sich überhaupt um wertvolle historische - also denkmalgeschützte - Bausubstanz handelt. Deshalb wurden die Scheunen- und Stallgebäude auf Antrag der Baugruppe beim Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege geprüft und zu
ernannt.
Das Gebäude wird zukünftig von
erschlossen, die neu in die Backsteinfassade integriert wurden. Dahinter liegt jeweils eine Wohnung im Erdgeschoss und eine im Dachgeschoss - oder eine Art kleines Reihenhaus.